Joe und das viel zu kleine Ego

Viele Geschichten beginnen mit den Worten „es war ein mal …“, doch diese hier soll ganz anders beginnen. Ich will das ganze wahnwitzige Theater einläuten mit so wohklingenden Worten wie „es ist mal wieder so weit …“. Nun denn, lasst die Spiele des grenzenlosen Schwachsinns beginnen.

Paul und Frida bewohnen eine nette, beschauliche zwei Zimmer Wohnung in einer durchschnittlichen Kleinstadt in dem wunderschönen Deutschland. Die beiden führen eher ein nach aussen hin ruhiges Leben und irgendwann, wie sollte es auch anders sein kam Paul auf den göttlich glorreichen Gedanken einen Hund als Haustier anschaffen zu wollen. Dieser Wunsch sollte also alsbald umgesetzt werden und es folgten viele lange Gespräche das für und wider abzuwägen zwischen Frida und ihm.

Auch alle Freunde wurden in den Entscheidungsfindungsprozess einbezogen. Gassi gehen hier, Urlaubseinschränkungen dort und auf der anderen Seite der Medaillie der kuschelige Fußwärmer und die treue Begleiterseele zu jeder Zeit. Die Wochen gingen ins Land und letztlich stand der Entschluss fest, es sollte der vierpfotige Mitbewohner seinen Einzug finden. Nun folgte für Paul eine aufwendige Zeit des hin und her rennens zwischwen Nachbarn, Vermietern und Hausverwaltung. Die meisten Nachbarn in dem kleinen Mehrfamilienhaus in der unscheinbaren Kleinstadt in dem schönen Deutschland hielten sich bedeckt und nickten nur Stumm zu der Anfrage ob die Hundehaltung genehm sei. Eine Nachbarin freute sich über die Neuigkeiten und die Hausmeisterin nebst ihrem Mann hatte auch keine Einwände vorzubringen. Es schien geschafft, die Formalitäten geklärt.

Der letzte Anruf beim Vermieter und der Verwaltung folgte, doch auch hier keine Probleme sondern eher interessierte und neugierige Zustimmung. Gesagt getan, der neue Mitbewohner, das dritte Familienmitglied zog ein … mitsamt Schlafdecke, einem Fressnapf, einem Schlabbertopf, einer langen Flexileine, einer kurzen Nylonleine, einem Stoffspielknochen, einem Halsband und dem nicht zu vergessenden Impfpass und dem Hundeausweis – also man könnte hier nun glauben es wäre bei der Menge an Utensilien ein weiblicher Hund gewesen, aber nein es war ein kastrierter Rüde.

Es ist mal wieder soweit, die Wochen gingen ins Land und alles schien in bester Harmonie zu verlaufen, doch der kleine Fellklops machte Frida und Paul einen Strich durch die theoretisch so gut durchdachte Rechnung. Wie sich herausstellte, war der gute Vierpfoter wohl in seiner Vergangenheit immer wieder mal mit Gewalt konfrontiert worden und das bekamen die beiden nun leidlich zu spüren, denn Felli ( ich nenne den Hund von Frida und Paul nun mal in der weiteren Geschichte so ) kam ab und an aus unerklärlichen Gründen in die unschöne Situation einfach so ein Winseln der feinsten Sorte anzustimmen.

Nun sollte das Chaos beginnen. Besuche beim Tierarzt waren die ersten Schritte von Frida und Paul um sicherzustellen daß Felli auch ja gesundheitlich keine Probeme hatte, welche ihn hätten plagen können. Nach beruhigend positivem Untersuchungsergebnis ging es also weiter zu einem Hundepfleger und einer Hundeschule. Beide Stellen vermochten nicht wirklich weiter zu helfen und konnten erst recht nicht mit einem sinnvollen Rat zur Seite stehen und es kam wie es wohl leider immer wieder ein mal kommen musste, einer der Nachbarn von Frida und Paul stellte lautstark die Unterstellung in die Nachbarschaft, Felli würde geschlagen werden. Hui, ein harter Tobak und Paul wollte diese Lüge nicht auf sich sitzen lassen, also sprach er den Nachbarn darauf an und bat um eine Klarstellung. Pustekuchen, außer einer unhöflichen Anmache und einem „Du schlägst den Hund, kein Hund schreit sonst so, das weiss ich“ kassierte Paul nicht wirklich ein positives Feedback. Faszinierend hierbei auch die herrlich herablassende Art dieses netten Nachbarn, Paul in einer zu tiefst erniedrigenden Form zu duzen.

Nun gut, die Monate gingen ins Land und Joe ( der liebevolle und rücksichtsvolle Nachbar soll ja auch einen eigenen Namen bekommen ) verhielt sich augenscheinlich auch recht ruhig in seiner Bärenhöhle. Hah, weit gefehlt denn es war mal wieder soweit und Frida wurde von dem Hausmeister eines schönen Tages darauf angesprochen dass Felli doch wohl sehr viele Haare im Hausflur verlieren würde und sich einige Nachbarn darüber beschwert hätten. Frida und Paul besprachen das Abends darauf und Paul unterhielt sich am nächsten Tag mit dem Hausmeister und was stellte sich in diesem Gespräch heraus – klein Joe hatte wieder ein mal seine schmierigen Pfoten im Spiel. Joe war derjenige, der sich beim Hausmeister beschwert hatte und sonst kein anderer Nachbar. Nun gut, des lieben Friedens willen gelobte Paul dem Hausmeister er würde ein mal die Woche die Etage vor seiner Wohnung saugen und ebenfalls den ersten Treppenabgang dass auch ja der nette Joe kein Hundehäärchen zu fürchten brauchte.

Und wieder verging eine herrlich entspannte Zeit mit Felli, welcher nun auch nach mahreren Monaten seine Winsel-Anwandlungen abgelegt hatte und sich eigentlich zu einem gut erzogenen und ruhigen Gesellen ohne weitere Macken gemausert hatte. Aber hey, Joe wäre nicht Joe wenn er nicht schon wieder eine neue verleumderische Aktion in Petto hätte. Da war es dann auch mal wieder so weit und es kam an einem ganz normalen Wochentag des Abends zu einem Anruf bei Frida und Paul – es war die Vermieterin, welche sich sichtlich bedrückt darüber äusserte, dass Felli wohl angeblich im Hausflur seinen Urin nicht halten könne und schon einige Nachbarn sich darüber beschwert hätten, das sogar bei der Hausverwaltung selbst. Na klasse, nicht nur die Lüge dass Felli inkontinent wäre sondern im gleichen Atemzug auch noch die Unterstellung Frida und Paul würden diese angebliche Sauerei nicht gleich entfernen – das war zu viel des Guten und Paul entschloss noch ein mal das Gespräch mit Joe zu suchen.

Klingeling und dann ging es los, gar garstige und wahrlich unfeine Worte in einer sehr erbosten Stimmlage entfleuchten dem Goldkehlchen des Joe und das nur weil Paul anfragte, ob dieser Vorwurf des angeblich inkontinenten Felli von ihm kommen würde. Furiengleich wie ein 12 jähriger um sein Playmobil kämpend plusterte sich klein Joe zu seiner vollen Größe auf und begann überaus nette Drohungen um sich zu werfen. Naja, nachdem dann Paul und Frida auch noch Prügel angedroht wurden, entschloss sich Paul den Rückzug anzutreten.

Ach ja, der arme Joe. Was auch immer ihn zu diesen stetigen und nervigen Aktionen treiben mag, er möge das Beileid der gesamten Menschheit und vielleicht ab und zu mal wieder einen guten Fick bei einer russischen Walroßdame, erhalten gegebenenfalls lüftet das dann die augenscheinlich vollkommen verstauben Gehirnwindungen des durchgeknallten Joe und hilft sein Ego auf Atomkerngröße anwachsen zu lassen.

Amen …

Wie wäre es damit ...

3 Comments

  1. grüße an paul, frieda und felli: is schon mist mit so nem „joe“ als nachbarn. aber hey,….. mit solchen nachbarn braucht man keine feinde mehr! *gg

  2. Naja, irgendein Hobby braucht jeder und manche Menschen sehen sich anscheinend dazu berufen anderen das Leben schwer zu machen … die bekommen so einen Rausch, bei jeder verleumdung, petzerein und wieder ein Gerücht verbreitet zu haben… oder so .. G*

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