PRISM zieht weitere Kreise

PRISM zieht weitere Kreise

So allmählich wird es verdammt unangenehm, was das Thema Internet-Spionage angeht. Das vor kurzem bekannt gewordene PRISM Programm der Vereinigten Staaten von Amerika zieht mittlerweile internationale Kreise.

Wie durch einen 29-jährigen Mann ( Edward Snowden ) bekannt wurde, schnüffelt die NSA mehr oder minder weltweit in allen großen und millionenfach genutzen Netzwerken und Diensten ungestört herum – dazu hatte ich ja bereits vor wenigen Tagen etwas geschrieben. Es wird aber immer heftiger !

Nach einem Bericht des Guardian soll eine beängstigende Aussage von Snowden lauten: „Wenn ich in ihre E-Mails oder in das Telefon ihrer Frau hineinsehen wollte, müsste ich nur die abgefangenen Daten aufrufen. Ich kann ihre E-Mails, Passwörter, Gesprächsdaten, Kreditkarteninformationen bekommen.“

Snowden sah sich augenscheinlich zu seinem Handeln deswegen gezwungen, da er durch das ( noch immer laufende ) PRISM Programm nicht nur die Freiheit der Menschen in den USA gefährdet sah, sondern eben eine massive Einschränkung der Persönlichkeitsrechte der gesamten Weltbevölkerung – naja, zumindest solange die betroffenen Menschen im Besitz von Handy, Smartphone, Computer oder sonstigem elektronischem Firlefanz sind, also eigentlich mittlerweile ein Großteil der Erdbevölkerung !

Scheinbar sind diese Vermutungen nicht gerade an den „Haaren herbeigezogen“, da jetzt auch ein Reporter des britischen Guardian, Glenn Greenwald, unter den Druck der USA gerät, aber auf den Vorwurf des US-Geheimdienstkoordinators James Clapper hin zum Glück eine passende Antwort hatte: „… jedesmal, wenn die Medien etwas aufdeckten, das geheim gehalten werden soll, reagierten die Mächtigen immer gleich. Sie verurteilten die Medien als Überbringer der Nachricht, versuchten sie in schlechtes Licht zu stellen und behaupteten, die nationale Sicherheit werde gefährdet …“.

Nationale Sicherheit hin oder her, aber hat das noch etwas mit Meinungsfreiheit oder ähnlichem zu tun, wenn die Obama-Regierung beim Justizministerium offensichtlich eine strafrechtliche Untersuchung beantragt hat, wie die vertraulichen Unterlagen an die Öffentlichkeit gelangt sind und ob die Zeitungen darüber berichten hätten dürfen ?!

Direkt oder indirekt wird also der Presse ein Maulkorb verpasst werden ( oder so ist es zumindest angedacht ) und über dieses sehr brisante Thema soll nun wohl brav der Mantel des Schweigens gehüllt werden – wie leider viel zu oft bereits in der Vergangenheit geschehen !

Noch zwei interessante Fakten, welche hier ebenfalls in dieses Thema gehören – der vollkommene Wahnsinn !

  • Der US Provider Verizon muss der NSA täglich mitteilen, wer mit wem von wo aus telefoniert hat. So können die Verbindungsdaten von Millionen Amerikanern durchleuchtet werden.
  • Hier ( google Maps ) entsteht gerade ein neues Super-Rechenzentrum der NSA mit einer geschätzten Gesamtfläche von 100.000 Quadratmetern Serverfläche.

3 Kommentare zu “PRISM zieht weitere Kreise

  1. Jeffrey R. Harris

    Nach einem Bericht der New York Times aber gaben manche Technologiefirmen zumindest teilweise den Behördenforderungen nach. Sie beruft sich dabei auf “Personen, die über die Verhandlungen informiert wurden.” Die Behörden wollten demnach “getrennte, sichere Portale” mit angeforderten Daten eingerichtet haben, auf die sie zugreifen konnten. Die Unternehmen sollten so etwas wie einen verschlossenen Briefkasten bereitstellen, zu dem die Regierung einen Schlüssel hatte.

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